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Wallender Born

Rubrik: Geologie & Vulkanismus
Ort: Wallenborn in der Region Vulkaneifel

GPS-Daten (WGS84): N 50.1536° E 6.7203° Höhe 418,2m

Beschreibung

Inmitten der Vulkaneifel liegt Wallenborn eingebettet in ein reizvolles Tal südwestlich von Daun. Die vulkanische Aktivität unter der Erdkruste wird hier in besonderer Weise sichtbar. Überall in und um den Ort dringt Kohlensäuregas (CO2) aus einer in "nur" ca. 20 km Tiefe liegenden Magmakammer an die Oberfläche. Und dies geschieht an der Stelle des "Wallenden Born" in so imposanter Weise, dass mit der Nähe Wallenborns zu einem der jüngeren Trockenmaare eine Ahnung von den Kräften im Erdinnern aufkommt.

Die jetzt in Form des "Wallenden Born" sichtbare Erscheinung, mit periodisch sich wiederholenden Eruptionen, entstand an dieser Stelle erst 1933 durch eine Bohrung. Damals war geplant, das CO2-Vorkommen wirtschaftlich zu nutzen. Bei der Bohrung war man auf eine Kluft oder Kammer gestoßen, aus der das Gas mit hohem Druck unter Mitreißen von Wasser durch das Bohrrohr austrat.

Konkrete Pläne für ein "Sprudelwerk" wurden im Jahre 1938, wahrscheinlich durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges im darauf folgenden Jahr, vereitelt. Noch in den 50er Jahren bestand der "Brubbel" aus einem eingezäunten Wasserloch, in dessen Mitte der Rest eines Stahlrohres herausragte. In einem stündlichen Intervall erfolgte ein Gasausbruch. Bei der späteren Einfassung des Brunnens mit Schachtringen aus Beton (1975) wurde das Stahlrohr der Brunnenverrohrung aus dem Boden herausgezogen. Seither fand das Gas seinen Weg nach oben durch die Kanäle im tonigen Boden, die sich mit jedem Gasaustritt neu frei spülen mußten.

Über 20 Minuten "brodelte" es dann in dem Kessel und nach einer halbstündigen Ruhephase begann das Schauspiel von neuem. Von der 15 m mächtigen Auflage steinigen Bodens befreit, schießt heute das Wasser nach Einbau der neuen Rohre im Zeitabstand von nur 30 Minuten mit Wucht nach oben.

Die Wallenborner standen vor der Entscheidung, den eruptischen Gasausbruch der ersten Jahre nun in Form einer bis zu 4 m hohen Fontäne wieder erscheinen zu lassen oder die "brubbelnde" Quelle mit einem größeren Wasservolumen nachzubilden. Man entschied sich zur ungehinderten Entfesselung der Naturgewalt. Das Wasser/CO2-Gemisch tritt jetzt frei aus dem durchgehend mit 20 cm Durchmesser eingebautem Rohr heraus. Die Umfeldgestaltung des "Wallenden Borns" nimmt mit ihrer Materialwahl die regional vorkommenden Gesteine auf. Der "Brubbel" wurde aus seiner ehemals strengen Einfassung mit Basaltstelen gelöst. Diese stehen nur noch in aufgelöster Form in kleineren Gruppen ringförmig um den Brunnen in einer kreisförmigen Plattenfläche aus Grauwacke. Die Plattenfläche hat eine leichte Trichterform, in die der "Brubbel" ausufern kann. Eine Überlaufrinne aus Basaltlava mündet in den Kirbach. Im Kreis angeordnete Sitzmauern begrenzen die Brubbelfläche und binden diesen in die angrenzenden Wiesen- und Bachlandschaft ein.

Durch den neuen Holzsteg über den Kirbach ist der "Brubbel" nun direkt vom Besucherparkplatz barrierefrei erreichbar. Eine Infotafel erläutert das Phänomen des "Wallenden Born".

 
Quelle der Informationen: Kurverwaltung Daun